Category Archives: hirn-und-weg

Durchsage 3

Das ist hirn-und-weg, hier gibt man noch hirn weg – ohne Gegenleistung. Anderswo wird man für Müll&Lügen bezahlt. Theologen mögen sich streiten über Symmetrien, über geheimnisvolle Kreuzsymboliken hinter der Wirklichkeit, die die Gesellschaft durchziehn – hirn-und-weg ist nicht auserkoren, es ist ausgesondert und in die Enge getrieben, es ist ein lyrisch-satirisches Tier, das seine Krallen ausfährt und sie stößt ins fahle Fleisch des Alltags, das grell kreischt in die Monotonie abgelaufener hirnfunktionen, seine Galle auswirft über die Herzen, die nur ihr Eigenheim pumpen durch Adern-als-Grenzen des Gartens – er möge gepflegt sein, der fernere Horizont – verrotte.

hirn-und-weg nimmt weder Rücksicht noch zeigt es Nachsicht, weil es kein Nachsehen haben will: hirn-und-weg nimmt in Worten Existenzen und zerreißt sie wie Blätter Papier, peinliche Skizzen, schlechte Entwürfe – in Sachen Entwicklung ein Ungenügend. hirn-und-weg kämpft gegen die Windmühlen vermüllungsbeflissener Contentmanagerie, gegen die freigeistige Kleingeistererei des Sensationsjournalismus, gegen die Weltfremdheit von Werbetextern, gegen die Feigheit-als-Jenseits religiöser Systeme und gegen den Mut-als-Beschränktheit fanatischer Deutungen.

hirn-und-weg bietet Risk Services an: man geht rein, schmunzelt und mancher geht dabei unversehens ein. Wer hier eintritt tut es auf eigene Gefahr – vielleicht braucht er später eine andere Persönlichkeit oder entwickelt einen begründeten Minderwertigkeitskomplex und quält sich nur noch durchs Leben durch. Das Gute dabei ist: die Services sind umsonst. Und hirn-und-weg kennt den Reiz, den dieses Wort auslöst. Umsonst ist nicht vergebens, denkt es sich, und wer etwas umsonst gelesen hat, kann später vergebens versuchen, den Inhalt zu vergessen.

hirn-und-weg ist eine Marke und wirbt für das gefährlichste Produkt.

hirn-und-weg greift an und das in alle Richtungen, es ist eine ideenflüchtige Mordmaschine an Abgestandenem und es ist eine Reanimationsmaschine des Verstandes. hirn-und-weg geht mit der Zeit und macht keinen Platz für sie, solange sie lallt und torkelt, sondern stößt sie an, die Anstößige und Abstoßende, und sieht darin seine Bestimmung. Wer hirn hat, der denke, wer weg will, der verschwinde.

hirn-und-weg – bei uns wird hirn klein geschrieben, dafür aber groß gedacht

Ansage
Durchsage
Durchsage 2


Durchsage 2

In einer Zeit, in der Flexibilität, Teamfähigkeit, Diplomatie, Netzwerke & Beziehungen, soziale Kompetenzen & soft skills, crowdsourcing & crowdfunding, Massenkunst & Guerilla-Aktions-Ästhetik immer mehr vorrücken, bis zwischen diesen Begriffen der Einzelne aufgerieben ist, sucht hirn-und-weg den Monolog.

Solidaritätserklärung

Hirn-und-weg spricht sein Beileid mit den Mitgliedern der französischen Satirezeitschrift Charlie Hedbo und seine Solidarität mit den Satirikern überall auf der Welt aus. Hirn-und-weg lehnt hiermit offen alle Erobererreligionen ab und erklärt die Alles-Versteher für eine Schande der Entwicklungsgeschichte menschlicher Urteilskraft. Das religiöse Empfinden Anderer nicht verletzten zu dürfen, während diese am liebsten das eigenständige Denken und die Freiheit der öffentlichen Meinungsäußerung aus der Welt schaffen würden und selbst vor der menschlichen Existenz nicht Halt machen – ist kein fairer Deal. Mögen die Verbrecher in der Stunde ihres Todes keinem göttlichen Wesen begegnen, sondern ihren Straftaten Auge in Auge gegenüber­stehen und in der Einsicht ihres Unrechts verbrennen. Unsere Köpfe und Münder lassen wir uns nicht verbieten. Dafür haben wir nicht über 200 Jahre Befreiungsgeschichte durchlebt, um uns nun von solchen, die sich selbst geistige Behinderungen (= institutionalisierte Religion) auferlegen, wieder zurück in eine Epoche geistiger Unfreiheit und kollektiver Angst zurück katapultieren zu lassen. hirn-und-weg lässt sich das Hirn nicht wegnehmen und den eigenen Weg nicht reglementieren.

Durchsage

Das Leben des Menschen besteht aus zwei Teilen:
1) Man benutzt täglich sein Hirn und
2) an anderen Tagen will man nur noch, dass es weg ist.
Das, Freunde, ist hirn-und-weg.
Es ist: schaufeln und schaufeln von Massen belangloser Inhalte in sein vergewaltigtes tierisches Neuronengefüge, sich vollfressen mit den großen Perlen der Weisheit die aus nichts als der Klage über die menschliche Unfähigkeit und Umgehungsversuchen der als ungerecht empfundenen und doch nichts als gerechten Gesetze dieser behinderten Welt bestehen. Es ist: den Willen aufbringen für den kompletten Nonsense und jeden Tag den Glauben zu diesem Willen erfinden. Und es ist: getreten werden von allen Seiten und ständig über Fallstricke springen müssen, die einem die Menschen in ihrer Unlust und in ihrer Missgunst stellen. Es ist: bestehen müssen inmitten von Versagern, die sich gegenseitig vernetzen, bis sie aus allen Nähten platzen und die sich liken und teilen und gegenseitig streicheln und in ihrem Vernetzungswahn das Sinnbild purer Sinnlosigkeit vor deinen Augen entfalten. Es ist: unterhalten und unterhalten werden und das auch noch schlecht. Es ist: jeden Tag gigantische Lügenkonstrukte aufspannen müssen, damit durch diese hindurch ja nicht ein Strahl der deprimierenden Wahrheit hindurchfällt, eilen von Genuss zu Genuss und alles, was diese Selbstablenkung verhindert, mit beliebigen Mitteln aus dem Weg räumen. Es ist: das Hirn aus dem Weg räumen, Tag um Tag das Hirn aus dem Weg räumen. Und es ist: ohne das Hirn nicht mehr über den Weg nachdenken, nicht mehr über den Weg nachdenken können. Wie kann man auch denken ohne Hirn? Es ist kein Hirn am Ende, kein Weg am Ende, unnötige Bemühungen oder peinliche Faulheit am Ende, Unmenschlichkeit am Ende, am Ende die alte Leier. Immer mitten im Weg das Hirn weggepustet.
Das und noch vieles mehr, Freunde, ist hirn-und-weg.

Ansage

Das ist hirn-und-weg. Das ist: kurz reingeschaut, den kleinen Hunger zwischendurch gestillt – und zurück in den Stumpfsinn des Alltags. Das ist die künftige Fastfoodkette des Geistes. Das ist das Hirn, der Weg und das Licht der Zukunft, das messianische Heilsversprechen einer Gesellschaft, die nichts Heiliges hat.

Das ist ein Kollektiv von Schreibern, denen das Denken eine Zwangshandlung und die Welt eine Zwangsjacke ist. Und es ist die Freiheit, in dieser Zwangsjacke nach dem Zwang zu schreiben, auf den man Lust hat.

Es ist Bemängelung, Demaskierung, Verzerrung und Ummantelung, die unerfüllbaren Forderungen nach dem Höchsten, nach einem echten Selbst und die übererfüllte Selbstübergabe an Trends, Tendenzen, fremde Gedanken, Anschauungsfetzen, Konventionen, kurzum: Selbstlosigkeit.

Und es ist die Behauptung der Freiheit des Wortes, dem es nicht um einzelne Menschen zu tun ist, sondern das die Prinzipien angreift, die hinter realen Personen stehen. Wer sich hier getroffen fühlt, kann seine Betroffenheit nutzen oder diese Seite aus seinen Suchergebnissen streichen.

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