Damit es klar ist

„Es ist im Übrigen auch (seufzt) ja nie genau gesagt worden, wozu dieser Schutz der Außengrenzen dienen soll – äh –: zur Abwehr von Flüchtlingen oder dafür, sie zu retten und dann nach Europa zu bringen? Äh, man muss wohl sagen, das eigentliche Ziel ist: den Zugang nach Europa wenigstens einigermaßen kontrolliert ablaufen zu lassen.“ (Rolf-Dieter Krause, Tagesschau)

– Was keine Antwort auf die Frage bedeutet, ob es nun der Abwehr oder der Rettung dient.*)

– Und warum muss man das eigentlich sagen? Wird da jemand genötigt, sozusagen müssend gemacht? Dazu würden die beiden Ähs und der Seufzer gut passen. Sie würden das Unangenehme ausdrücken, als Sprecher eine als inhaltslos empfundene Erklärung rezitieren zu müssen. Eine Erklärung rezitieren zu müssen, die ein Schreiber schreiben musste, der seine Verlegenheit in sein man muss wohl sagen verpackte. – Wo kommt denn nur dies Müssen her?*)

– Und dieses „Wohl“ des Sagenmüssens, diese klare Orientierung an Erwartungshaltungen anderer, ein generalisiert-demokratisches Flachheitsurteil, wo jeder sich hinter einem unpersönlichen Imperativ duckt. An wem orientiert sich „man“ eigentlich, wenn man von „wohl“ spricht?“*)

Das war mein kleiner Gedankenanstoß zum Thema Sprache und Medien. Eine gelungene Woche wünscht:

valivarius

*) Das sind natürlich rein sprachlich orientierte Möglichkeiten der Deutung. Es handelt sich also um Überlegungen – keine Behauptungen oder gar Unterstellungen.

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