Durchsage

Das Leben des Menschen besteht aus zwei Teilen:
1) Man benutzt täglich sein Hirn und
2) an anderen Tagen will man nur noch, dass es weg ist.
Das, Freunde, ist hirn-und-weg.
Es ist: schaufeln und schaufeln von Massen belangloser Inhalte in sein vergewaltigtes tierisches Neuronengefüge, sich vollfressen mit den großen Perlen der Weisheit die aus nichts als der Klage über die menschliche Unfähigkeit und Umgehungsversuchen der als ungerecht empfundenen und doch nichts als gerechten Gesetze dieser behinderten Welt bestehen. Es ist: den Willen aufbringen für den kompletten Nonsense und jeden Tag den Glauben zu diesem Willen erfinden. Und es ist: getreten werden von allen Seiten und ständig über Fallstricke springen müssen, die einem die Menschen in ihrer Unlust und in ihrer Missgunst stellen. Es ist: bestehen müssen inmitten von Versagern, die sich gegenseitig vernetzen, bis sie aus allen Nähten platzen und die sich liken und teilen und gegenseitig streicheln und in ihrem Vernetzungswahn das Sinnbild purer Sinnlosigkeit vor deinen Augen entfalten. Es ist: unterhalten und unterhalten werden und das auch noch schlecht. Es ist: jeden Tag gigantische Lügenkonstrukte aufspannen müssen, damit durch diese hindurch ja nicht ein Strahl der deprimierenden Wahrheit hindurchfällt, eilen von Genuss zu Genuss und alles, was diese Selbstablenkung verhindert, mit beliebigen Mitteln aus dem Weg räumen. Es ist: das Hirn aus dem Weg räumen, Tag um Tag das Hirn aus dem Weg räumen. Und es ist: ohne das Hirn nicht mehr über den Weg nachdenken, nicht mehr über den Weg nachdenken können. Wie kann man auch denken ohne Hirn? Es ist kein Hirn am Ende, kein Weg am Ende, unnötige Bemühungen oder peinliche Faulheit am Ende, Unmenschlichkeit am Ende, am Ende die alte Leier. Immer mitten im Weg das Hirn weggepustet.
Das und noch vieles mehr, Freunde, ist hirn-und-weg.

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