Mit den Worten ringen

Die Bilder kamen stets unhinterfragt
ich legte sie, so wurde alles heimlich
ein Kunstgriff der Geborgenheit

und Wendungen und Worte
tonlos angenommen
Generalprobe vorderzeit

als noch von keinem Ich die Rede war

jetzt ist: ich hasse meine Bilder
wenn das Gesehene zurücktritt
und nur das Wortgewand vor mir

-korsett, -skelett, ein Wortgewinde
um mich selbst, Verweigerung des letzten
Ausdrucks, den es nicht gibt

und Zeilensprünge, diese eitlen Gesten: sieh
wie viel mehr ich seh, dann sehn wir weiter
ein Legolyrikdenken, das nur abstößt

wenn es zurücktritt – bin ich Zwei?

Assoziationsmaschinen liegen brach
das Rechenzentrum knüpft meist blinden Fleck
an blinden Fleck und nennt es dann: Gedanken

ein Wille ohne Gegenstand und – Absicht?

vielleicht ist’s das: ich hab die alten Bilder
satt, will mich mit dem Jetzt aussöhnen
such nach den Worten, die nicht

durch ein Tradiert-versteckt-Verschränktes
vor dem Kontakt mit Dingen sich zerstreiten
als wären diese nicht von dieser Welt

Ich will, dass auch ein Kabel um die Hüfte
sich gut anfühlt, dass auch das Neonlicht
auf Plexiglas Dich mystisch anfasst

deren Gesicht mit ihm auf einer Nacht liegt

und will die Wendungen dafür – so stehn sie nicht
nicht dir nicht mir, die Dinge, weil die Worte
nicht abgelesen sind

mein Pathos ist mein letztes Hindernis

ich will das Neue nicht anfeuern, ich will endlich
die Selbstverständlichkeit ausdrücken, die es ist
und die mir immer noch – sie kommen schneller
als Sprache wächst – die mir noch gänzlich abgeht

ich will ein neues Sprachpaket
Formatwunsch: .einklang
– willst du an dir auch solche Bilder tragen?


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