Mitleid 2.0

Früher sagte der Stoiker, wenn es um Mitleid ging, sinngemäß:
„Kein Zwang und kein Unglück können mein Wesen so tief erschüttern, dass ich meine Prinzipien aufgebe und mit ihnen meine Freiheit verliere, also brauchst du mit mir kein Mitleid zu haben.
Und dass ich mit dir mit leide, Freund, ist auch ein unnützer Gedanke, der nur die Menge des Unglücks auf der Welt erhöht und so kannst du zwar immer auf meine Hilfe rechnen, nimmer aber darauf, dass ich mir mit dir zusammen die Haare beginne auszuraufen, nimmer also auf mein Mitleid.“

Dann kamen ca. 2000 Jahre Christentum mit seiner Mitleidsethik und dem kollektiven Haare-Ausraufen in einem imaginären Jammertal.
„Meine Seele ist schlecht!“, „Meine Seele ist schlechter!“, schrien und überboten sie sich alle und der basso continuo des Papstes lag unter diesen Seelenmelodien mit seinem allgemeinen: „Alle Seelen sind schlecht vor Gott.“

Und wenn mir heute jemand selbstaufopfernd daherkommt und mich auffordert:
„Auf, sag mir schon, was dir auf dem Herzen liegt.“
Dann habe ich die wissenschaftlich fundierte Antwort parat:
„Danke, aber ich will deine Spiegelneuronen nicht missbrauchen.“

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