Polyamorie, biologisch

Du sagst mir, die Gesellschaft trage Schuld an deiner Unlust
ich seh Bedürftigkeit und Kompromiss, um nicht von Schmerz
zu Schmerz ein fragmentiertes Dasein bar Erlösung
bedroht von Chaos ohne jeden Halt
dahinzuführen, wo die Flüsse münden.

Ich denke an die Bienenkönigin mit ihren tausend Drohnen
an die Spinne, die ihre Männlein auffrisst
gleich nach dem Akt – an einen Fisch
der in die Seite einwächst und auf der Stelle stirbt
sich langsam auflöst

denk auch an des Löwen

strengen Harem und an dessen ständige Gefährdung
und an den Kniff des Affen, der ein Kind zu sein scheint
um hilfsbedürftig in wie mütterlichen Armen
auch mal die Lust zu spüren – ohne Strafe
und an das Leid der Vielen in der Mitte.

Die spurlos durch den Druck der Wahl
hinsterben in dem aufgespannten Raum:
Ich habe Mitleid mit dem Omega
man sagt zwar, Gottheit sei der Anfang und das Ende
doch nur der erste Buchstab hat sich nicht zu fürchten.

Du sagst, ich wüsste nicht zu trennen
ich seh die Frau, die Möglichkeitsmaschine
und eisern eine Männerleiter neben ihr
und denke: lang versuchten wir die Menschheit
und orientieren uns nun wieder an dem Tier.

Zum Artikel über Monogamie und Polyamorie, der als Anregung gedient hat.

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