Vom Briefe schreiben

Darf ich mich introduktionieren? Darf ich mich einführen? Oder darf ich einfach nur einmal sein?

Fragen, die wir uns täglich stellen und die mit meiner Vorstellung hier einen kleinen unterhaltsamen Schub bekommen wollen, denn mit mir schließt sich den Schreibern von hirn-und-weg ein Fanatiker des Briefeschreibens an.

Ich hätte im 18. Jahrhundert geboren worden sein sollen gehabt haben können gewesen sein müssen – ich weiß! Aber da wir nun einmal im 21. Jahrhundert unseren Daseinsüberdruss zu verbringen haben, so bediene ich mich eines anderen Gegenübers statt einer galanten Dame, deren Herz bei meinen Wortekstasen schneller schlägt, deren Wangen sich röten und deren Busen – verzeihen Sie die Unanständigkeit – deren Busen sich hebt und senkt mit den Hebungen und Senkungen meiner Verse – statt dieser Dame also, wende ich mich einem ähnlichen Publikum zu, dir nämlich, du Internet, du weites gelobtes, allwissendes, uns mütterlich mit Information versorgendes omnipräsentes, alliebendes Wesen.

Vor dir will ich meine Freuden und Leiden ausbreiten und dir mitteilen, was mir geschah und wie mir geschah.

Du musst nicht antworten, ich weiß du bist da. Ich will nur, dass du von mir weißt, dass du die Briefe liest, die ich Anderen schrieb und die Motive verstehst, die dieses Herze bewegten.

Kein Wort mehr. Genug. Ich ertrage es nicht.
So viel Liebe!
Und Sorgen.
Und Überhaupt.

Adieu!

PS: Ich schreibe Dir morgen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Time limit is exhausted. Please reload CAPTCHA.