Zusammen die Alternativität erhöhen!

Kein Manifest. (Eine Werbung)

„Es geht nicht darum, das Rad neu zu erfinden, sondern es neu zu verkleiden.“
(Alfred Monomüller)

Es gibt verschiedene Modelle dafür, wie man erleuchtet wird. Im Buddhismus nennt man das Karma und dieses muss gesammelt werden, wenn es denn gut ist. Aber der Buddhismus ist alt und wenn wir etwas wissen, dann dass den Menschen die neue Aufmachung anspricht. Und so werden seit Jahrtausenden auch regelmäßig Ideen neu aufgelegt.

Das heutige Karma nennt man bei uns Alternativität. Jeder sammelt es, dabei ist die Frage noch gar nicht geklärt, ob es sich hier um gutes oder schlechtes Karma handelt. Tatsache bleibt für den überzeugt Alternativitativen, dass man keine andere Wahl hat, denn sonst sammelt man ja nichts, weil man Anderen gleich bleibt – und sich auf den Konstrukten unserer Ahnen auszuruhen ist nun mal keine eigene Leistung. Unser kategorischer Imperativ aber lautet: Die eigene Leistung ist die einzige Leistung.

Wenn wir dich neugierig gemacht haben und auch du erfolgreich auf Alternativität um­steigen willst, dann musst du unbedingt die vier Grund­sätze der Alternativitätserhöhung einstudieren:

  • 1. Das System ist immer an allem schuld. Dabei gilt: Das System ist der ewige Gegenspieler, der nie vergeht, nur manchmal von einem neuen abgelöst wird. Damit ist es ein Garant für die glückliche Alternativität. Auch kann man hinter dieser Einstellung bequem charakterlos bleiben, weil sie in erster Instanz dazu dient, auszudrücken, dass du etwas nicht bist, dass du halt anders bist. Die Wenigsten haken da überhaupt nach, aber wenn sie das tun, ist die bewährteste Lösung, sie in Sprache, Kleidung und Auftreten als konservative Konformisten zu entlarven und auf die Vorurteile hinzuweisen, die sie unbewusst in allem, was sie sagen, transportieren. Wenn jemand dann wütend wird, untermauert das nur noch mehr deine Vermutung und du kannst die Frage ohne Weiteres unbeantwor­tet lassen.
  • 2. Die Natur des durchschnittlichen Menschen ist unwandelbar kon­formistisch. Das durchschnittliche Mensch neigt zur Konformität. Seine Neigung zur Konformität liefert den Ausgang für das System. Und das System führt dazu, dass du anders bist. Es wäre also zweckfremd bei einem solchen Ablauf zu viel Vertrauen in deinen Mitmenschen zu stecken. Im Erfolgsfall würde er dir die Fortführung deiner Lebensform gefährdet. Und: ey, ist die toll! Also Schultern zucken oder Nase rümpfen und dran vorbei.
  • 3. Die Soliform ist stets zu tragen. Das Wort Soliform bezeichnet nicht etwa eine Form des Konzerts (also das Solo der E-Gitarre), sondern das Zufallsprodukt einer Haltung, die die Uniform ablehnt. Dabei gilt: Jedes massenhaft erzeugte Zeichen schafft eine Klasse Menschen, die sich durch dieses Zeichen von ihren Mitmenschen abgrenzen, was soziale Ungerechtig­keit zur Folge hat. Daraus ergibt sich, dass du solche Zeichen nicht tragen darfst, sondern aus den Zeichen der benachteiligten Schichten auswählen musst, in deren Kombination du deiner Kreativität freien Lauf lassen kannst. Wenn du die Kleider von einem Designer kriegst, der die Kleidungssache genau so sieht wie du, kannst du deine Überzeugung mit dem Gewissen eines einzigartigen Fabrikats verbinden, was das Non-plus-Ultra der persönlichen Freiheit darstellt.
  • 4. Solidarität mit Künstlern ist in jedem Fall zu zeigen. Egal, ob der Typ nun einen interessanten eigenen Stil hat oder du ihn doch eher als Wahnsinnigen oder Randalierer einschätzt oder gar findest, dass es ein Arschloch ist, du musst seine Entscheidung unterstützen, das eigene Ding durchzuziehen. Und da das eigene Ding in seiner härtesten Konsequenz zur Anarchie führt, kann es nicht schaden, auch mit dem Randalierer zu sympathisieren. Im Idealfall ist natürlich ein Künstler beides. Im Zweifelsfall gilt in Sachen Kunst: Einstellung geht vor Kunstwerk.

Das sind die vier Grundsätze, aus denen sich alle Spezialfälle ableiten lassen. Darin kannst du dann auch kreativ sein.

Du hast gesehen: Religiöse Konzepte ändern sich, aber jedes hat seine Gesetzestafeln, wie du nun weißt. Das neue Himmelreich ist das Individuum mit dem Leben als eigenem Einfall, im Himmel zeigt es dem Herrn dann seinen Film und der nickt bescheiden dazu. Da ist die Schöpfung natürlich nichts dagegen. Um dorthin zu gelangen, zieht man sich bewährtermaßen die Kleider der Benachteiligten an und läuft darin dann rum, wie in der Hoffnung, dass das ein Gott sieht und sich etwas ändert. Damit es dennoch etwas Einzigartiges bleibt, muss es halt trotzdem 100% du sein. Aber dabei kann dir dein Nachbar helfen, der Mode studiert.

Habe Mut, sei die Alternative zu allem!
Zur Not auch zu dir selbst.

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